Deutscher Künstlerbund „Heimat“ 2017

HEIMAT?

Projektraum Deutscher Künstlerbund
16.6. 2017 – 25.8. 2017

Die Ent-Festung unserer Existenz vollzieht sich seit Jahrhunderten. Anfangs betraf es nur die Stadtgrenzen, dann die Nationengrenzen und schließlich die privaten Häusergrenzen. Während die Menschen lange versuchten, sich in Häusern und Nationen einzurichten (‚Festung Europa‘), werden in neuerer Zeit alle Grenzen immer durchlässiger. Wir können zwar weiterhin verbal Festungen errichten, aber wir kommen nicht umhin, weltweit unsere instabiler werdende Existenz neu zu reflektieren.
Das Unbehaustsein, der Verlust von Besitztum, Heimatverlust, der Zwang zum Nomadentum, zeigt die Brüchigkeit von Existenzen.
Das Material ‚Stahl‘ scheint zunächst für Sicherheit, für Konstruktion und Abgrenzung, für Undurchdringbarkeit zu stehen. Die künstlerische Schichtung der Materialien, ihre an Instabilität grenzende Konstruktion verweist aber auch auf die Brüchigkeit dieses Scheins. Die Objekte stehen im Weg, erzwingen Um-Wege, schließen sich aber nicht mehr.
Der Stahl wirkt nun vor-läufig, nicht mehr end-gültig. Er kann sich noch zu einem Kubus erheben, aber die Platten rundherum lassen die Gegenkräfte erkennbar werden. Das Ganze wird zu einem Objekt mit Entwurfscharakter, weil es jederzeit sich verändernden Gegebenheiten angepasst werden kann, so seinen Festungs-Charakter verliert und nomadisch erscheint.